Offroad Biketour Nord Thailand Weihnachten 2009 / German

Discussion in 'Northern Thailand - Road Trip Reports' started by pfluemi1, Jan 4, 2010.

  1. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Hi zusammen,

    hier ein kleiner Reisebericht von mir auf meiner Offroad Bike tour im Norden Thailands um die Weihnachtszeit 2009.

    Vorwort:
    Ich habe noch nie eine solche Tour zuvor gemacht gehabt. Meine Offroad Erfahrungen mit Bikes ist gegen null und ich bin seit gut 11 Jahren nicht mehr Motorrad gefahren.
    Eigentlich nicht grade die Idealbedingungen um, eine solche Tour zu machen, aber irgendwie reizte es mich nach meiner 4X4 Offroad Tour im April 2009 dieses auch mal mit dem Motorrad zu machen. Ich suchte mich kreuz und quer durchs Internet, konnte aber nicht genau was passendes finden, das genau in meinen Urlaubszeitraum passte.
    Über das http://www.GT-Rider.com Forum wurde ich auf http://www.off-roadtours.de aufmerksam gemacht und wurde auch schnell mit dem Guide (Harry) einig über Zeitraum und Verlauf.

    Tag 1 19.12.2009 Anreise von Basel nach Chiang Mai
    Heute morgen lief ich im Schnee zum Tram mit welchem ich zum Basel Badischer Bahnhof fuhr. Von da aus ging es dann mit dem ICE nach Frankfurt Flughafen.
    In Karlsruhe umsteigen und natürlich kam es wie es kommen musste, der Zug hatte ein technisches Problem und musste erst repariert werden. Ich blickte schon nervös zur Uhr, weil ich natürlich wie immer alles ziemlich knapp bemessen hatte.
    Nach 30 min setzte er sich aber dann doch in Bewegung und ich kam noch rechtzeitig am Flughafen an.

    Ich habe einen Direktflug mit der Thai Airways gebucht, weil dies für mich mit die beste Airline ist und die Bedienung einfach erste Sahne ist. Nach knapp 11 Stunden Flug, kam ich in Bangkok an und flog gleich weiter mit der Bangkok Airways nach Chiang Mai, wo dieser Offroad Trip beginnt.
    Bulli .. die Frau von Harry meinem Tour Guide, empfing mich in der Ankunftshalle sehr freundlich in perfektem deutsch und wir liefen zum Taxi und sie teilte mir mit, wie der Tag noch so verlaufen wird.
    Ich zeigte Ihr meinen entzündeten Handballen und meinte dass wir vielleicht erstmal schnell in eine Klinik gehen, um diesen behandeln zu lassen.

    Hatte mir beim schrauben am Montag, mir die Hand ein klein wenig geklemmt und dieses entzündete sich nun so richtig schön. Toller Start für so eine Tour ... aber die medizinische Versorgung im Land des Lächelns ist wirklich sehr sehr gut, da musste ich mir keinerlei Sorgen machen.
    Der Arzt hat mir Antibiotika verschrieben, damit die Entzündung zurückgeht. Ich gleich vor Ort 2 eingeworfen und weiter ging es zum Hotel.

    Ich habe eingecheckt und ging erst mal duschen. Das Zimmer hatte mir aber nicht so gefallen und ich konnte problemlos in ein anderes umziehen!
    Danach ging ich mit Bulli erst einmal noch ein paar Besorgungen machen und sah mir beim Bike Verleih die KLX 250S an, welche für mich bereits gebucht war.
    Ein nagelneues Bike in Kawa grün, nicht gerade übermotorisiert, aber wie sich später zeigte vollkommen ausreichend.

    Ich ging nach der Shopping tour erst mal schlafen und wir verabredeten uns auf 20Uhr. So konnte ich wenigstens noch 3 Stunden die Augen zu machen, denn im Flieger ging dies irgendwie nicht so recht!

    Um 20 Uhr erwartete mich auch schon Harry mein Tour Guide für die nächsten 8 Tage.

    Harry kommt aus Paderborn ist 50 Jahre hat ein kleines Maurer Unternehmen und macht in den Wintermonaten mit seiner Frau zusammen Offroad Trips in Nordthailand. Er ist ein drahtiger und immer gut gelaunter Kerl, der sehr Sympathisch und Kumpelhaft ist. Er empfing mich freundlich in seinem ärmellosen Tarnfarben Shirt und hiess mich in Thailand willkommen.
    Er kam gerade von einem 2 Stunden Enduro Rennen, 70km weg von Chiang Mai und erzählte mir vom Rennablauf, während wir zum essen in ein nahe liegendes Restaurant liefen.
    Wir assen, wie eigentlich immer in Thailand vorzüglich zu Abend und er schilderte mir den Tourablauf. Morgen war ein erster Testtag angesagt, sprich Motorrad holen, die ganze Ausrüstung aussuchen und anprobieren, sowie eine erste Tour durch das hinterland von Chiang Mai.
    Gezeichnet vom Jetlag und Harry von seinem Enduro Rennen, verliessen wir die Bar recht Zeitig und gingen jeder seiner Wege. Ich zurück ins Hotel und Harry mit seiner Frau in sein ca. 12km entferntes Haus.

    Tag 2

    Pünktlich um 8Uhr kam Harry ins Hotel, um mich abzuholen. Wir gingen zum Bike Shop, holten das Motorrad ab und fuhren zu seinem Haus, wo ich meine Enduroklamotten anprobierte.
    Nachdem ich voll gepackt mit Brustpanzer Ellenbogen und Knieschoner da stand und mich im Spiegel betrachtete, musste ich erst mal loslachen, weil ich aussah wie ein Papagei ... egal Helm und Brille aufgesetzt noch ein Täschchen ans Bike montiert und los ging es.
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    Die ersten paar Kilometer, waren mehr oder weniger nur Feldwege und leichte Hügel, um mit dem Bike vertraut zu werden und eventuelle Einstellungen noch vorzunehmen, falls von Nöten.
    Da ich ja keinerlei Enduro Erfahrungen habe, fand ich es toll sich erst da mal locker dran gewöhnen zu können, ohne dass Langeweile aufkam. Nach einer Zeit machten wir Mittagspause und Harry meinte, dass sich Leute schon dümmer angestellt hätten und ich das doch recht ordentlich machen würde.
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    Nach einer feinen Nudelsuppe mit Schweinefleisch fuhren wir weiter und Harry meinte das es jetzt dann los gehen wird mit richtig fahren. Es gäbe zwei Möglichkeiten, die Tour an diesem Tage fortzusetzen. Die normale Tour, die er eigentlich immer mit den "Anfängern" macht, oder die "Grobe" Tour die es wirklich in sich hat und er das noch nie mit einem Anfänger gefahren ist ... zumindest nicht am Probetag.
    Na 3-mal dürft Ihr raten, welche wir gemacht haben .... aber nicht weil ich Ihn dazu gedrängt habe ... im Gegenteil ich meinte ... "Du bist der Guide, Du musst wissen was Du mir zutrauen tust oder nicht, ich überlasse es Dir". Harry meinte ... "ja Du machst das ja schon ganz gut hier und ich denke Du könntest das schaffen, aber das wird verdammt hart das kann ich Dir sagen und vor allem dauert es ewig lange, bis wir wieder auf eine normale Strasse kommen".
    Ich zuckte mit den Schultern und meinte.. "sag Du mir ist es egal".
    Harry dachte noch mal kurz nach und gab Gas in Richtung der Mörderstrecke. Am Anfang war noch alles easy und dann hielten wir noch mal kurz an und Harry meinte ... "so jetzt nimm noch mal schnell einen richtigen Schluck aus dem Cammelback (Rucksack mit Trinkblase und Wasser gefüllt), denn jetzt ist 2 Stunden Hardcore angesagt."
    Ich das Ding auf Ex leer gemacht und Harry hinterher.
    Nun ging es los, auf sandigem Untergrund, der wirklich sehr sehr schwierig zu fahren ist. Es ging auch nicht lange und ich schmiss das Bike zum ersten Mal in den Sand. Ich war nicht schnell unterwegs sondern fiel mehr oder weniger im Stand um, da das Vorderrad wegrutschte. Fluchend richtete ich das Bike wieder auf und joggelte auf dem Anlasser rum, bis sie endlich wieder anlief und weiter ging es.
    Als der verflixte Sand endlich mal fertig war, ging es durch einen Fluss und hinten dran gleich Steil eine Böschung hinauf. Ups, ich erst mal leicht irritiert und schaute Harry zu wie er da mühelos die Böschung hoch fuhr, mit noch einem kleinen abschliessenden Sprung. Ich also tief geschluckt, gas gegeben durch den Fluss, Gewicht nach vorne und Vollgas die Böschung hoch. Bei mir sah das weit aus weniger elegant aus als bei Harry, aber ich scharrte mich grade eben noch so durch den sandigen Boden.
    Es wurde auf jedenfalls immer härter und härter, viel mehr als ich mir vorgestellt habe, aber irgendwie kam ich immer und überall durch und hoch. Hier und da legte ich das Motorrad zur Seite und 2-mal flog ich auch in diesen tiefen Spurrillen hin, weil mir das Vorderrad weg ging.
    Nach ca. 30min als ich mich so langsam eingefahren hatte aber mit den Kräften schon kurz vor Reserve war, hatte Harry einen Plattfuss.
    Gott sei dank dachte ich ins geheim, jetzt kann ich mich wenigsten ein bissel erholen, bevor er wieder wie von der Tarantel gestochen zwischen den Bäumen durch Flüsse und die steilsten Berge hoch düst.
    Ich hatte dummerweise unter meinem Enduro Shirt noch mein T-shirt an und mir lief das Wasser runter. Also Chance Nutzen, wenn Harry ausser Gefecht ist und das Zeug erst mal ausziehen und abkühlen.
    Harry bereitete derweil sein Werkzeug, das er ständig um den Bauch trug und ca. 15kg hat, vor und wir stellten zusammen das Bike an einen Baum, damit er das Rad ausbauen konnte.
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    Ich kämpfte derweil mit dem sperrigen Brust und Rückenpanzer und versuchte verzweifelt das Shirt wieder alleine über den Panzer zu ziehen, aber keine Chance. Derweil war Harry mit dem Wechsel schon fast fertig und ich war immer noch wie in einer Zwangsjacke. Ich lies es dann sein, und half Ihm den Reifen wieder auf die Felge zu bekommen und das Rad einzubauen.
    Als er den Reifen wieder aufpumpen wollte, merkten wir das der neue Schlauch auch defekt war und mussten das Rad wieder ausbauen und den Reifen erneut von der Felge.
    Nun hatten wir nur noch einen vorderen Schlauch dabei, der von der Grösse her eigentlich nicht passt ... eigentlich, aber Fluchs war der zweite Schlauch im Reifen und das Rad montiert und weiter ging es. Da wir durch den Platte ca. 1 Stunde verloren hatten, mussten wir umkehren, da wir es sonst nicht mehr geschafft hätten bei Tageslicht anzukommen.
    Ich war nicht wirklich böse drum das wir umdrehten, denn ich war ehrlich gesagt fahrerisch einige Male an meine Grenzen gestossen und noch weiter 1,5 Stunden unter noch viel schwierigeren und härteren Bedingungen am ersten Tag ... nene das hat mir gereicht ... mir schon aber Harry nicht :)
    Als wir endlich wieder auf asphaltierter Strasse waren, fingen Harrys Augen schon wieder an den Wegrand zu scannen um irgendwo eine Einfahrt ins Dickicht zu finden. Es ging auch nicht lange und Harry bog ab in den Wald und wie kann es auch anders sein, der Untergrund war sandig ohne Ende und der erste Sturz war nach 10min auch wieder fällig wiederum nicht schlimm, weil ich das Tempo ziemlich raus nahm, was sich aber später als Fehler und auch mit Grund meiner Stürze im Sand erwies. Jetzt war es nicht mehr so Trial mässig wie die Hardcorestrecke, sondern mehr flüssig und es machte einen Affen Spass da durchzuheizen.
    Eine letzte tiefe Rinne wurde mir zwar noch mal zum Verhängnis und dabei litt auch der Geradeauslauf des Bikes und der Lenker stand ein bissel schief, sonst nix weiter ... ich wieder drauf auf den Bock und Harry gesucht, der ein paar 100m weiter mir schon entgegengelaufen kam. Kurz Hebel und Gabel gerichtet und weiter ging es, aber jetzt auf festerem Untergrund und es machte mega Spass.
    Nachdem wir wieder die Strasse erreichten, brauchten wir noch eine halbe Stunde bis wir an seinem Haus ankamen. Ich stellte das Motorrad bei im in den Schopf und begutachtete es erst einmal rings rum. Irgendwie sag es genauso aus wie die ganzen zerkratzten KLX die ich bei der Vermietung gesehen hatte und ich überlegte mir, ob es nicht eventuell klüger gewesen wäre, so eine optisch nicht mehr ganz so tau frische Maschine zu nehmen, anstatt sich die neuste und schönste Maschine rauszusuchen.
    Anyway ich bin Versichert und der Selbstbehalt von 100 oder 200€, hatte ich eh schon mit eingeplant.
    Na ja, der Zustand der Maschine wird sich definitiv in den kommenden 7 Tagen nicht wirklich verbessern, denn es ist schon wirklich verdammt anspruchsvoll!
    Die Offroad Tour die ich im April mit einem SUV gemacht hatte, war geradezu eine Kaffeefahrt im Gegensatz zu dem was ich alleine hier am ersten Tag erlebt habe. Meine Herren, war das anstrengend und anspruchsvoll und ich war teilweise schon mit mir selber, der Strecke und allem überfordert und die "nur" 22 PS der Maschine, waren so schnell vergessen das glaubt man gar nicht.
    Aber ich wäre nicht der Michael, wenn ich nicht schon einen Weg gefunden hätte das Teil zu tunen. Die Dinger haben eine elektronische Drossel drin, welche die Gänge 4,5,6 drosselt und man so auch nur auf 110kmh Top Speed kommt. Einen Draht duch zwicken und ein Kabel mit dem anderen verbinden und Fluchs läuft die Mühle knappe 135kmh. Immer noch nicht der burner, aber ich bin heute im Gelände teilweise mit 20 oder 30 über Steine durch Flüsse und so gefahren und fand das schon sau schnell

    So das war’s von Tag 2 und morgen geht es dann auf unsere 7 tägige Tour. Ich frag mich nur wie das noch werden wird nach diesem Tag? Gut ich bin am ende schon viel sicherer und auch schneller geworden, aber Anyway ... es war hart ... aber genau so wollte ich es und kein Weichspühlerprogramm. Ich freue mich und gehe jetzt erst mal schlafen.
     
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  3. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Tag 3

    Pünktlich sass ich um 8Uhr am Morgen mit Koffer und Rucksack am Frühstückstisch und da kann auch schon Harry mit seinem Pickup und holte mich ab. Wir fuhren zu seinem Haus, wo ich erst einmal alles umpackte was ich dachte auf der Tour zu brauchen. Irgendwie waren aber Rucksack und Tankrucksack zu klein für das was ich alles mitnehmen wollte und so musste ich halt Abstriche machen ... zum Glück, aber später dazu mehr! Ich wechselte noch einen kleinen Teil der Ausrüstung und als dann alles soweit gut verstaut war und auch das Camelback wieder im neuen Rucksack seinen Platz gefunden hatte, ging es dann um ca. 11Uhr los auf eine sehr lange Tour (ca.200km 70%) nach Phrao.
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    Heute ging es schon viel viel besser und ich hatte meine KLX nun ganz gut im Griff. Wir mussten erst ca. 1 Stunde auf der Strasse fahren, bevor dann der Offroad Teil losging. Wir fuhren über herrliche Wege, die recht steinig und mit riesen Spurrillen übersäht waren, auf den ersten Berg hoch auf ca. 1400m. Ein oder zwei Mal musste ich meine Kawa auch wieder in den Dreck legen, weil ich mit meinem Vorderrad in eine Spurrille geriet. Landschaftlich ist es hier der absolute Wahnsinn und wir hatte eine herrliche Aussicht auf die tiefgrünen Wälder!
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    Ab und zu hielten wir mal an, um auch ein bissel wieder die Kräfte zu sammeln, denn es kam noch ruppiger und steiniger wie zuvor. Zeitweise war es wieder mehr Trial fahren aber Weg war doch auch mit einem 4X4 bezwingbar. Ich lernte auf jeden Fall mit jedem Meter den ich fuhr, immer wieder etwas dazu und fuhr nun immer einen Gang höher mit weniger Drehzahl, was enorme Vorteile hatte. Man hat weniger Drehmoment am Hinterrad, somit schmiert das Rad nicht hinten weg beim Gas geben und auch die Bremswirkung ist geringer, welches bei mir die Hauptursache bei den Stürzen war. Nun konnte ich meist auch endlich den Speed meines Tour Guides gehen und wir wühlten uns im Formationsflug durch die grünen Wälder und Täler. Trotz das wir wirklich sehr abgelegen waren, hatten wir doch hin und wieder Gegenverkehr und 2-mal mal wurde es verdammt knapp! 2 Moppets mit Thais besetzt kamen uns auf unserer Spur hinter einer Kurve entgegen, aber Harry und ich konnten noch rechtzeitig den "Anker werfen" und eine Aufprall vermeiden. Mit einem Minnibus war es dasselbe Spiel, aber ging alles gut. Um 14 Uhr machten wir einen Stopp um nachzutanken und assen wieder unsere gute Thai Nudelsuppe mit Fleisch. Nach ca. 30 min ging es weiter über die nächste Bergkette für welche wir wieder ca. 2 Stunden benötigten. Als wir im Tale ankamen, ging Harry mit mir noch auf die Enduro Crosstrecke wo er zwei Tage zuvor sein Rennen hatte. Kurz vor der Strecke, als wir auf den Platz fuhren, rutschten mir beide Räder weg, ich stürzte und hatte den Fuss unter dem Motorrad. Dabei gab mir die Fussraste so richtig schön einen in die Wade rein :-( Na toll aber egal, Bock aufgerichtet und weiter zur Strecke! Dann Tankrucksack und den Rucksack vom Rücken genommen und auf ging es auf die Strecke. Harry fuhr vor und ich hinterher. Dann langen da 9 LKW Reifen wie ein Teppich und Harry bretterte mit Vollgas darüber. Ich in die Eisen, rechts dran vorbei und Harry den Vogel gezeigt. " Du spinnst ja da voll über den Reifenteppich drüber" er meinte, "komm mach, ist kein Problem das schaffst Du" und wutsch fuhr er anders rum drüber drehte und noch einmal ... Na da konnte ich ja nicht anders und holte Anlauf und wie nix, war ich auch schon drüber weg ... war wirklich überhaupt kein Problem .... bis wir dann an einem riesen Wassergraben ankamen ... und Harry voll durch bretterte. Ich erst auch mal in die Eisen und er wieder ... "komm das schaffst Du" ... also durch und auch wieder keine Sache. Die Strecke schlängelte sich so über eine Wiese, die aber vom Rennen recht aufgewühlt war, bis nach ein paar hundert Meter der nächste Wassergraben kam, der diesmal aber tiefer, dafür aber nicht so breit war. Das war genau der, von dem mir Harry erzählte, in dem er 3-mal seine Maschine versenkt hatte. Ich zum dritten Mal angehalten und sagte.. "nenee ich versenk meine Kawa da nicht so wie Du und fahr lieber aussen rum", aber die aufmunternden Worte von Harry folgend, fuhr ich halt doch durch und schaffte es auch gleich beim ersten mal, legte mich aber kurz dahinter auf die Nase, weil es sehr steil bergauf ging.
    Es kamen dann noch 2 Sprunghügel, über die ich aber gemächlich drüber ging und wir packten unsere Maschinen und fuhren weiter Richtung Hotel.
    Eine schöne Anlage in mitten eines Reisfeldes wartete auf uns. Wir assen noch und gingen bald schlafen!

    Tag 4

    Am nächsten Tag begaben wir uns dann auf eine wahnsinnig schöne Etappe über 200km davon ca. 160km nur Offroad. Unzählige Berge hinauf und hinab, über enge Pfade (Single Trials) und zwischen Bananenbäumen und Lianen hindurch bewunderten wir die Atemberaubende Vegetation wieder und wieder aufs Neue.
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    Die freundlichen Bewohner der Dörfer winkten uns beim vorbeifahren immer freundlich zu. Man muss hier aufpassen das man kein Federvieh, Hunde oder sonstiges Getier überfährt, weil diese hier nicht in Stallungen so wie bei uns gehalten werden, sondern sich frei im Dorf bei den Leuten bewegen. Man muss auch um jede Kurve herum damit rechnen, das ein Wasserbüffel eine Kuh oder sonst was auf dem Pfad steht und weidet oder auf der Strasse schläft.
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    Dies ist hier gang und gebe, genauso wie die Hunde immer und überall auf der Strasse liegen und pennen. Ich habe keine Ahnung warum das immer die Strasse sein muss, wo es ja nun wirklich für sie gefährlich ist! Im Gelände stellte ich mich nun immer besser an und Harry musste immer weniger auf mich warten. Hier und da kippte ich mal um, weil ich mit dem Rad leicht vom weg abkam oder in einer Rille feststeckte oder weil das Heck ausbrach. Die Maschine sieht schon sehr mitgenommen aus und der linke Spiegel fehlt nun auch! Der Schalthebel musste ich auch schon 2 mal wieder grad biegen, denke ein drittes Mal überlebt er es nicht und wird brechen. Hoffen wir dass es nicht der Fall sein wird, denn ausser in Chiang Mai, bekommt man so einen nirgends. Die Maschine ist brand neu und erst sein 1 Jahr in Thailand zu kaufen.
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    Als wir nach 7 Stunden hartem Gelände und dem absolut geilsten Teil dieser Tour wieder auf die Strasse kamen, fuhren wir bis ins 40km weit entfernte Pai wo wir übernachten wollten. Die Strasse dorthin, war der absolute Kracher, so was hatte ich noch nie in meinem ganzen leben erlebt. Kurve an Kurve an Kurve ... vergesst die Pässe in der Schweiz, vergesst den Schwarzwald, vergesst alles was Ihr kennt, hier gibt’s davon mehr! Wir fuhren die 40 km bis Pai eine Kurve nach der anderen und es wollte gar nicht mehr aufhören. Ich als alter Racer fuhr mich mit der KLX so richtig ein und wir räuberten um die Kurven auf unseren Stollenreifen ohne Ende. Unglaublich ist, was diese Reifen für einen Grip haben .... ich hätte es nie für möglich gehalten mit Stollenreifen so in die Kurve zu liegen. Das war endlich mal mein Element, wo ich Harry vor mir her scheuchen konnte und nicht hinterher hinkte ;-)

    Wir hielten in Pai an und ich so zu Harry .. "Du sag mal das ist ja der absolute Oberhammer die Kurvenstrecken .. so was habe ich ja noch nie erlebt". Harry nur .. "Du ich habe hier in Nordthailand eine Strecke ausgearbeitet, da kannst Du 2'500km so fahren Kurve an Kurve bis der Arzt kommt, das 100'000 Kurven Abenteuer". Mir vielen fast die Augen raus. Klar ich wusste bei unserem Trip im April, als wir mit dem SUV hier unterwegs waren, fuhren wir auch diese Strecken mit unzähligen Kurven und hatten unseren Spass, aber mit dem Motorrad ist das doppelt so toll zum fahren. Wir erreichten das Guesthouse und tranken erstmal 2 Bier auf den sagenhaften Tag und ich strahlte bis über beide Ohren und war hin und weg sowohl von den schönen Offroadpisten als auch vom Landstrassengeschlängel. Hier in Pai, ist es abends recht kühl und wir mussten Langärmelig Abend essen gehen.

    Tag 5

    Heute Morgen ging es dann Richtung Mae Hong Son aber natürlich nicht den Asphaltierten Weg. Wir fuhren in einen Nationalpark, wo man uns Eintritt abknöpfte und ab ging es .. erst noch Asphaltiert und dann kam rote Schotterpiste. Da diese Strecke nicht durch den Wald ging, war sie auch recht staubig und Harry zog eine riesen Staubwolke hinter sich her, dass ich nichts mehr sehen konnte und seinen Staub frass. Ich musste warten bis sich der Staub legte bevor ich wieder die ganzen Spurrillen und so erkennen konnte. Er lies mich dann mal vorfahren, damit nicht nur ich im Nebel rum fahre und ich bretterte los. Ich merkte schnell, dass ich wenn ich alleine fuhr ohne jemanden vor der Nase, das ich so viel schneller fuhr und nun auch ständig im dritten und vierten Gang über die Offroadpisten.
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    Die Hügelchen und Absätze wurden nun zu Sprunghügeln und es lupfte mir ständig das Vorderrad oder es waren sogar beide Räder in der Luft. Auch fuhr ich so viel weniger in die besagten rillen, weil ich mich viel weiter nach vorne orientieren konnte und so dies kaum vorkam. Sobald Harry wieder vorne fuhr, passierte auch schon wieder was und ich rutschte mal hier oder da aus. Fuhr ich vorne, war meist alles ok und ich gab auch mehr Stoff. Man merkte nun auch immer mehr, dass die Kawa seiner Yamaha in Leistung und Fahrwerk überlegen war. Als es dann nicht mehr staubte, überliess ich Harry wieder den Vortritt und er suchte eine neue Route nach Mae Hong Song. Der Weg wurde nun langsam zum Pfad und bald war es nur noch ein sehr schmaler und Steiler Wanderweg. Es ging um eine Kurve und steil bergauf, als ich von dem Pfad abkam und daneben in eine Rinne rutschte. Es war sehr steil also denkbar ungünstig. Ich wollte mich ein bisschen rückwärts rollen lassen um dann noch mal mit Schwung den Pfad hinauf zu kommen. Als ich das Motorrad rückwärts zog und es aus der Rille draussen war, ging es auf einmal nur noch rückwärts ich bremste und machte, aber es brachte alles nix und ich rutschte samt Maschine rückwärts einen Abhang runter. Das Motorrad blieb Gott sei dank auf dem Kopf liegend in einem grossen Loch stecken. Ich weiss nicht wie weit ich sonst samt Maschine dort runter gesegelt wäre, aber es waren bestimmt 20 Meter bis in einem Fluss Endstation gewesen wäre :-( Egal ich rief Harry und meinte .. "Du ich glaube ich habe Scheisse gebaut" .. er kam zu mir runter und sah die Maschine und meinte "ohh jeeee ... aber Dir ist nix passiert?" .. ich: "nene alles ok". Er meinte, "na da haben wir ne Zeit lang jetzt zu tun, bis die Karre aus dem Loch draussen ist, aber erst mal Fotos machen!!" Er schoss ca. 15 Fotos aus allen Lebenslagen und wir lachten über das was passiert war. Er holte ein Seil raus, mit dem wir die Maschine erst einmal gegen noch weiter nach unten rutschen sicherten und hoben sie dann mit vereinten Kräften aus dem Loch. Alles in allem vielleicht 10min, länger hatten wir nicht, aber reichte ja auch.
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    Als wäre das nicht schon Aktion genug gewesen, kamen nun auf einmal Bienen oder Hornissen oder irgend so was und attackierten mich. Ich fuchtelte wie wild herum und vertrieb sie..... dachte ich, aber die holten nur Verstärkung und schon stach mich eine gleich 2 mal in den Kopf ... sie überlebte es zwar nicht, aber ich fuchtelte und rannte weg. Ein oder zwei folgten mir und ich versuchte auch die mir vom leib zu halten. Harry rief mir zu ob ich ok wäre ... ich bejahte es jammernd, weil der Stich brannte wie feuer. Nun attackierten Sie Harry und Fluchs Stach auch Ihn eine ins Ohr, bis er dann auch das Weite suchte! 10min später hatten sich dann alle verzogen und wir konnten unsere Ausrüstung und Maschinen wieder holen und fuhren zurück, da ein Baum weiter oben uns eh die Weiterfahrt unmöglich machte. Harry wieder voraus und ich hinterher, bis wir auf der Staubpiste uns wieder abwechselten. Im nächsten Dorf fragte er noch einmal nach dem Weg, aber die Einwohner schickten uns zurück auf die Hauptstrasse. Nach ca. 1 Stunde Vollgas auf der Staubpiste, waren wir wieder vorne auf der Hauptstrasse. Ach ja ich machte mich noch mal so richtig Lang. Auf einem Bergabstück flog ich in einen riesen Sandhaufen, weil mir das Rad vorne grad wegtauchte und ich in einer riesen Staubwolke verschwand. Harry bekam davon nix mit, weil ich ein bissel Vorsprung hatte und Fluchs wieder auf der Maschine sass und weiter fuhr als wäre nix gewesen.
    Mein Kopf schmerzte mehr und mehr und auch Harrys Ohr war recht dick geworden. Auf der Hauptstrasse angekommen, fuhren wir eine mega kurvige Strecke über den Berg und machten auf der anderen Seite erst mal Mittag. Wir suchten eine Apotheke und besorgten uns Schmerztabletten und eine Salbe zum einkremen. Nach dem essen, ging es weiter und nach 20min waren auch die Schmerzen wie weggeblasen. Die ca. 120km nach Mae Hong Song waren nun wieder nur Kurve an Kurve ... einfach der Hammer. Nach einem kurzen Tankstopp und nachdem wir das Cammelbag aufgefüllt hatten, kam die letzte lange Offroadetappe dran und auch die war wieder sehr genial zum fahren und ich blieb auch Sturzfrei!
    Da diese nicht so staubig war, fuhren Harry und ich im Formationsflug ca. 30km über die Piste, bis dann auch wieder normale Strasse kam. Wir waren jetzt vom Tempo so ziemlich gleich auf. Auch wenn’s happiger wurde, konnte er mich nicht mehr so leicht abschütteln :). Auf der Landstrasse, waren es dann noch mal so ca. 80km, bis zu unserem Zielort. Ich glaube heute waren es über 270km Strecke die wir zurück legten und davon ca. 40% Offroad. War auch wieder sehr sehr schön, abgesehen von der scheiss Vespe oder Biene. Der Kopf tut mir noch immer weh. Wir hatten vorhin unser heilig Abend Mahl, welches wirklich super war und danach noch eine Thaimassage, während der ich die meiste Zeit geschlafen habe. Morgen geht es wieder weiter, aber mittlerweile machen mir die Arme, Schultern, Hände und der Arsch recht weh. Wir sind doch jetzt schon über 850km gefahren ... aber macht irre Spass!!
     
  4. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Tag 6

    Heute fuhren wir noch einmal Richtung Mae Hong Son aber dieses mal auf einer anderen Offroadstrecke, bei der wir wieder zig Mal Flüsse durchquerten. Die Strecke wurde immer und immer schmaler, bis wir an einer Hängebrücke ankamen.
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    Über die mussten wir rüber und danach fragte mich Harry wieder die typische Frage, die er sonst immer stellte. "Wir können jetzt hier gleich rechts, da ist das Gelände nicht so schwierig und sind in ca.15km wieder auf der Strasse, ODER wir fahren hier links und das ist nur ein Single Trail und sehr sehr anspruchsvoll!"
    Ich zu Harry, "na wenn Du meinst das ich das schaffe, dann ..." da hatte er schon gas gegeben und fuhr links weiter.
    Nun wurde es richtig zu einem Trial, denn wir mussten zwischen den Bäumen durchfahren, da es hier nur einen Trampelpfad gab.
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    Auf einmal stand wieder eine Kuh oder ein Wasserbüffel vor uns und rannte davon! Wir durchquerten zig kleine Bäche sahen ab und zu mal ein bebautes Feld oder irgendwo eine Hütte. Heute war es mal Harry, der auf die Nase fiel. Einmal im stehen und einmal, als er in einer Kurve auf einem Baumstamm ausrutschte und sich dabei den linken Spiegel abbrach. Ich schmunzelte, denn mir fehlte schon genau der gleiche!! Egal auf sitzen und weiter und es wurde wirklich immer schwieriger, aber es war so mega genial.
    Wir wussten, das hier kaum je ein Touri hinkommt, ausser er ist genauso bekloppt wie wir! Zum Mittag kamen wir wieder zu unserem Hotel zurück, wo wir wieder das Gepäck aufgeladen haben um wieder Richtung Mae Sariang zu fahren. Mittlerweile hatte sich der linke Blinker selbständig gemacht und lies sich ein bissel hängen!
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    Wir hatten noch ca. 100km Landstrasse vor uns und ein schönes Stück Offroad, bei dem ich es dann wieder schaffte auf die Nase zu fallen. Nun war der zweite Spiegel auch noch ab.
    Ich dachte schon die ganze Zeit darüber nach, was wohl der Moppetverleih sagen wird, wenn wir Ihm die Kawa so zurück stellen würden. Ich glaube der geht uns an die Gurgel und wird Harrys Reisepass durch den Reisswolf jagen.
    In Mae Sariang angekommen, tankten wir erst mal unsere Maschinen voll und checkten im Hotel ein, in welchem wir 2 Nächte bleiben würden. Nach dem essen liess sich Harry noch die Haare schneiden und wir gingen auf die Suche nach ein bissel Unterhaltung. Wir sahen eine Karaoke Bar und kehrten dort ein. Nach einem halben Flasche Thai Whisky und einigen Bieren, waren Harry und ich nicht mehr zu bremsen und wir sangen ein Hit nach dem anderen. Um 24 Uhr gingen wir aber ins Hotel zurück, da wir ja hier zum motorradfahren gekommen waren und nicht zum feiern.
     
  5. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Tag 7

    An diesem Tag war sind wir durch den Nationalpark von Mae Sariang gefahren. Als wir unsere Motorräder fertig machten, waren auch grade noch ein paar andere Jungs dran Ihre Maschine zu packen. Ich hörte sie sprechen und es waren welche aus Freiburg, die sich eine Maschine ohne Guide gemietet hatten und unterwegs waren. Einige hatten noch nicht einmal einen Führerschein, aber eben das interessiert hier eh keinen :) Wir kamen ins Gespräch und sie fragten ob wir auch in den Park fahren. Wir bejahten es und sie meinten, dass sie gestern gewesen waren und es total super war. Ich schaute sie mir so an und sie hatten nur Jeans, Halbschuhe einen Pulli an und einen Jethelm auf. Ich fragte sie ob sie wirklich so da gefahren wären und sie meinten, jo sie hätten halt keine anderen Klamotten bei und deuteten auf einen Sack mit nassen Jeans und Halbschuhe. Der eine von Ihnen humpelte ziemlich, weil er sich das ganze Schienbein aufgeschlagen hatte. Na kein Wunder, mit der "Ausrüstung" wäre ich schon am ersten Tag im Krankenhaus gelandet! So was ist einfach nur dumm und leichtsinnig, aber sie beneideten uns um unsere Schutzausrüstung. Wir fuhren mit noch einem zweiten Pulk Motorräder Richtung Park, wo uns dann aber unsere Wege trennten. Nach einem längeren Bergaufstück welches teilweise im ersten Gang gefahren werden musste, machten wir kurz halt um ein paar Fotos zu machen. Ich lies meine Maschine an und als ich auf die Armaturen sah, läutete die Motorenleuchte (zu heiss) ich blickte nach unten und sah das sich der Lüfter nicht drehte. Ich rief Harry zu und wir schraubten mal die Verkleidung ab. Durch meinen letzten Sturz am Tag zuvor, hatte es mir den Kühler ein bisschen verbogen und nun klemmte der Lüfter an den Lamellen und konnte sich nicht mehr drehen. Wir schraubten Ihn ab und wollten testen ob er überhaupt noch ging, aber leider Fehlanzeige. Wir machten den Lüfter wieder gangbar und schraubten alles zusammen. Harry "Einfach die Lampe ignorieren, kann nix passieren, der Motor schützt sich selber und nimmt einfach Leistung weg. Ausserdem wird er gleich genug gekühlt" und er grinste .. "jetzt bekommt er gleich genug Wasserkühlung von aussen". Und er hatte nicht zu viel versprochen ... eine Bachdurchquerung nach der anderen und das Flussbett war mehr oder weniger die Strasse ... teilweise ganz schön tricky, aber mittlerweile war das ja schon normal und auch kein Problem mehr.
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    Nach ca. 2 Stunden kamen wir an den grossen Fluss, der Thailand und Burma trennt. Wir hatten folgten dem Fluss auf einer verwinkelten aber super zu fahrenden Strasse und hatten einen riesen Spass.
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    Wir düsten nebeneinander, damit keiner im anderen seinem Staub fahren musste. Ab und zu kam wieder irgendwo was entgegen und ich musste ausweichen, aber das war nun auch schon Routine aber man musste immer auf so was gefasst sein. Ab und zu wurde es auch eine recht knappe Angelegenheit, aber wie heisst es so schön, "immer eine Handbreit Platz ums Blech" und das hielten wir auch ein! Einmal fuhr ich auch auf der rechten Seite leicht versetzt neben Harry um eine Linkskurve, als da auf einmal eine Kuh ganz rechts stand. Die Arme konnte nicht mehr weiter nach rechts ausweichen und so nahm sie den Kopf runter und wollte mich schon auf die Hörner nehmen. Ich konnte noch rechtzeitig einen Schlenker nach Links machen und Ihr ausweichen. War sicherlich für beide gesünder.Wir fuhren weiter auf diesem genialen Uferstrasse die ca 100m höher gelegen war wie der Fluss und hatten eine irre Aussicht. War mit eines der schönsten Panoramabilder die wir auf unserer Tour hatten. Nach ca. 40 min kamen wir in ein kleines Dorf, wo wir zu Mittag assen.
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    Wir trafen dort 4 Österreicher, die vom Trekking in den Bergdörfern von Burma und Thailand zurückkamen. Sie waren absolut begeistert und erzählten das sie auch mal auf dem rücken von Elefanten einen Berg hinauf geritten sind. Sie wussten gar nicht das Elefanten klettern können, aber diese konnten es. Die einmalige Ruhe, wäre für sie auch sehr Eindrücklich gewesen und machte Süchtig. Na Gott sei dank sind sie da nie auf uns gestossen, dann wäre fertig mit der Ruhe gewesen .. dachte ich mir so und ass meine Suppe zu Ende! Wir verabschiedeten uns und fuhren weiter. Nun war die Stecke leider nicht mehr so interessant und anspruchsvoll, wäre mein Tour Guide Harry nicht wieder mal auf die Idee gekommen eine Abkürzung zu suchen. Harry: "Wenn wir hier jetzt rechts fahren, müssten wir eigentlich da über den Berg dann zurück Richtung Mae Sariang kommen ... wollen wir das mal ausprobieren?"
    Ich "Jo klar, wenn Du ...." ups er war schon weg und ich sputete mich nach zu kommen. Es war mehr oder weniger eine kleine Irrfahrt, den die Strasse verzweigte sich ständig und so mussten wir halt ein bissel suchen und verschiedene Wege ausprobieren. Wir kamen in ein kleines Dorf und merkten, dass es hier nicht weiter ging und es ging noch rechts weg. Eine Betonierte Strasse so steil, ich wusste gar nicht, das man so überhaupt betonieren kann. So zur Erklärung: Eine Steigung oder Gefälle wird ja in % angegeben. Heisst eine Steigung von einem Meter auf 100m Länge ergibt 1%. Eine Steigung von 100m auf 100m ist demnach 100%. Die Strasse aber hatte sicherlich eine Steigung von 150% oder mehr. Man hätte unmöglich anhalten können, sonst wäre man auf alle Fälle gestürzt und die Strasse runter gerutscht. Wir mussten mit Anlauf und Vollgas da hoch und schafften es grade so eben im ersten Gang. Im Gelände und auf Pfaden, hatten wir noch steilere Hänge und Pfade aber nicht so lange und dann noch betoniert. Aber wie so oft vergisst man in solchen Situationen die Kamera zu zücken und ein Photo zu schiessen.
    Als wir weiter auf der Suche nach dem richtigen Weg waren, wurde aus der Strasse ein Pfad (Einspurig und war gerade so mit dem Motorrad zu bewältigen. Klar ein Thai macht das mit seiner Honda Wave mit 2 Personen und noch irgendwo einen oder 2 Sack Reis ... das ist schon der Wahnsinn, aber die sind auch auf diesen Pfaden gross geworden und für die ist das ganz normal. Sie fahren aber natürlich auch um einiges langsamer, das muss man schon sagen, aber trotzdem immer wieder erstaunlich was die Thais mit Ihren Rollern so alles schaffen. Der Pfad windete sich über steile Passagen und die kehren waren wirklich sehr sehr eng. Das Gleichgewichtsgefühl war hier ständig sehr gefordert, um nicht vom Weg ab, den Hang runter zu rutschen. Wenn dieses passiert wäre, hätten wir unsere Maschinen aus eigener Kraft nicht retten können. Zu steil war der Hang und zu weit wäre die Maschine runter gerutscht. Es kam Gott sei dank bis jetzt auch nie dazu, aber mit Hilfe vom ganzen Thai Dorf, wären die Maschinen ratz Fatz wieder geborgen worden.
    Die Thais sind so was von Nett und Hilfsbereit, aber das kennt man ja.
    Wir fuhren ca. 10km auf diesem Trampelpfad der es echt in sich hatte, bis wir wieder auf eine der sagenhaften Hängebrücken kamen. Wir zack drüber und ein paar kurven weiter, stiessen wir auf eine ganze Horde Kinder und Ihre Betreuer, die gerade ein Weihnachtsessen abhielten. Es waren bestimmt 60 oder mehr Kinder hier mitten in der Pampa im Dschungel. Es ging nicht lange und wir waren umringt von den Kleinen, die uns scheu begutachteten und unsere Maschinen ansahen.
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    Unter den erwachsenen Betreuer, waren auch 2 Franzosen, die hier auf Urlaub waren. Sie waren mit einem Thai befreundet, der sie hier hin brachte um Weihnachten zu feiern. Die kleinen waren gerade dabei am essen, als wir eintrafen. Sofort kam einer der alten auf uns zu, und ladete uns zum essen ein und wir sollten doch da bleiben. Wahnsinn diese Gastfreundschaft der Thais! Da es aber schon 16:30Uhr war und der Weg wieder Mal hier in dem Dorf endete und es keinen Weg weiter gab, mussten wir also wieder alles zurück fahren und hatten so noch eine ziemliche Sterecke vor uns. Wir lehnten dankend ab und drehten um. Die kleinen waren begeistert als wir die Motorräder anwarfen und winkten uns noch hinterher. Den weg zurück über den Trampelpfad fuhr ich nun vor, da ich dies viel besser im Griff hatte, als wenn ich hinter Harry fuhr. Man konnte sich besser auf den Weg konzentrieren und war durch den anderen nicht abgelenkt. Wir kamen in der Dämmerung und ohne Sprit mehr im Tank in Mae Sariang an. Wir hatten kein einziges Mal an diesem Tag getankt und es wurde recht knapp. Alles in allem war es aber ein wirklich genialer Tag!
     
  6. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Tag 8

    Man könnte meinen, das man das alles ja gar nicht mehr Toppen könnte, denn die Streckenauswahl und auch der Schwierigkeitsgrad den Harry wählte war eigentlich immer schon sehr hoch, aber mein total verrückter Reiseleiter (alles im positiven Sinne) Harry setzte noch mal einen drauf!
    Er war die ganze Woche schon hier und da am erzählen, dass er da mal so eine Tour alleine gemacht hätte um wieder eine neue Strecke auszuprobieren. Er kam in die Nacht rein und musste die Strecke bei absoluter Finsternis fahren. Na ja denkt man, so ein Feldweg fahr ich ja locker im Dunkeln was soll’s ... aber was das denn genau für eine Strecke war wusste ich nicht. Harry druckste rum und "hmm ich weiss nicht ob wir die machen sollen .. die ist schon sehr lange und auch schwierig". Ich: "Harry, willst mich jetzt verarschen, wir fahren das Ding doch eh, das weisst Du so gut wie ich. So war es bis jetzt die ganze Zeit und wenn du mir zutraust es zu schaffen dann machen wir es. Hat ja bis jetzt immer besser geklappt als erwartet, also fertig und wir gehen"! Er meinte, dass es nach ca. 30km eine Tankstelle gäbe und wir an dieser noch mal voll bis oben hin tanken müssten, denn es gäbe dann wohl keine Möglichkeit mehr. Gesagt getan und wir fuhren los. Es war schweine Kalt und mir klapperten bald die Zähne ... es war noch früh am morgen, denn wir fuhren ein bissel eher los als sonst, um die Strecke zu schaffen. Wir passierten ein Dorf nach dem anderen, aber keine Tankstelle. Dann kamen wir an den Abzweig, wo wohl das Offroadabenteuer schlechthin auf uns warten würde. Wir fuhren aber weiter ins nächste Dorf, wo wir auch eine "Tankstelle" und einen kleinen Laden fanden. Wir tankten voll bis Oberkante um kein Risiko einzugehen. Wir tranken noch einen Kaffe und Harry erzählte noch ein bisschen. Harry: "Wir kommen jetzt in ein Gebiet, wo normalerweise keine Touristen hin kommen und auch keine Touren stattfinden und angeboten werden. Die Leute hier, werden also auch noch nie gross hier einen Farang gesehen haben. Das ist jetzt schon ein bissel was besonderes" Cool dachte ich, auch mal was erkunden und fahren, wo vorher noch kaum einer oder nur wenige gemacht haben. Wir tranken zu ende, zahlten, fuhren los und kamen wieder an den Abzweig, wo es von der Hauptstrasse ins Gelände ging, als ein Thai auf einem Moppet ankam. Er fragte uns wohin wir wollten .. Om Koi sagten wir und er meinte .. nene das geht nicht, man müsse aussen rum auf der Hauptstrasse fahren, es gäbe keine direkte Verbindung. Harry: "Doch doch, das bin ich schon gefahren, sogar bei Nacht" und machte das dem Thai klar. Wir fuhren los und der Weg war noch für Autos gut befahrbar. Wie meist wurde er dann immer schmaler und schmaler, bis wir oben am Gipfel ankamen. Was für eine Aussicht und Panorama uns da erwartete war schon der Hammer.
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    Fluchs ein paar Fotos geschossen und weiter ging es wieder den Berg runter und den nächsten wieder hoch usw. usw. Das Gelände war wirklich sehr hart, aber die Aussicht war ein absoluter Traum. Einmal auf einem steilen Beraufstück mit extremen Spur- und Wasserrillen, geriet ich wieder mal mit dem Vorderrad in eine solche und ich musste vom Gas und anhalten. Da es so steil war und ich schräg zum Hang stand, kippe ich mit der Maschine um. Das war aber auch seit längerem wieder einmal passiert und das im stehen ... das zählt nicht.
    Wir fuhren dann längere Zeit auf einem Bergkamm entlang und da oben hatte es kaum mehr Bäume. Dementsprechend hatte man auch Aussicht auf den Abgrund links und rechts von einem und man konnte sich vorstellen was passieren würde, wenn man vom Weg abkommt. Der Weg war teilweise gerade mal so breit wie unser Moppet und eine falsche Lenkbewegung und ... ach nee wir waren mittlerweile ein echt gutes Team und ich hatte mich in den letzten Tagen schon sehr auch verbessert und wurde immer sicherer ... und man darf einfach keine Angst haben und muss das Motorrad immer am Rollen lassen und nicht zu viel bremsen ... ist viel gefährlicher als mit ein bissel Tempo durch solche Passagen zu fahren. Grade auch bergab ist das A und O weit nach vorne schauen und das Motorrad so wenig wie möglich bremsen und siehe da es geht alles problemlos. Mit der ganzen Bremserei auf steilen Berabpassagen, fängt das Motorrad nur mit rutschen an und wird somit dann manövrierunfähig und man liegt ruck zuck auf der Nase. Das war mit auch die Hauptursache meiner Stürze zu Begin der Tour. Harry auch immer: "Das Motorrad immer laufen lassen, das kennt den Weg" :lol: jo und Recht hatte er, aber man muss da auch erst ein bissel rein kommen und einfach die Angst vor steilem Gefälle verlieren. Nur den Respekt darf man nie verlieren :winkwink: Als es immer steiler und steiler wurde, war dann nix mehr mit viel rollen lassen und man musste mit einem Fuss am Boden, einen auf der Fussbremse und mit der linken Hand die Kupplung gezogen und Rechts die Bremse in einer Spurrille die gerade so breit war wie das Rad sich nach unten hangeln und hoffte nur, das man nicht das Gleichgewicht nach rechts verliert, weil man dann von der Bremse gehen muss und es dann ab geht. Aber wir haben es beide gut geschafft und waren dann auch heil froh unten zu sein. Harry:"Kannst Du Dir vorstellen das ich das von der anderen Seite her nachts im dunkeln gefahren bin? Ich:" Du bist doch bekloppt, ich bin ja schon froh das im hellen zu schaffen" Harry:"Es hat mich dann auch noch zig mal auf die Fresse gelegt und ich musste noch im dunkeln mein Gepäck von der Erde aufsammeln, weil der Rucksack aufgerissen ist Ich musste lachen und nutze diese kleine Anekdote von Harry um wieder ein bissel Kräfte für den Rest zu sammeln, den wir waren noch lange lange nicht am Ziel. Die schmalen Passagen waren nun zwar vorbei und nun konnten auch wieder Autos fahren, heisst aber nicht dass es einfacher ist sich da durch zu wühlen. Wir machten uns auf den Weg und stiessen an eine Kreuzung auf eine Horde Kinder die wohl auf dem Weg in Ihr Dorf waren. Harry hatte bei unserem letzten Stopp an dem Kiosk Bonbons für die Kinder gekauft gehabt. Er packte sie aus seiner Tasche und hielt es Ihnen entgegen. Die Kinder waren ca. 10m von uns alle zusammen gestanden und beobachteten uns ein wenig scheu. Eines der Kinder kam angerannt, nahm sich das Bonbon, machte eine Wai (Verbeugung mit gefalteten Händen vor dem Gesicht) und rannte Fluchs wieder zu den anderen den Berg hoch.
    Ich musste lachen und winkte den anderen zu, sie sollten kommen. Es kam dann eines nach dem anderen der denke ich mal 5 - 7 jährigen Buben und Mädchen und schnappte sich eines, bedankte sich ganz kurz und rannten wieder weg. Ich fand das so was von drollig und musste lachen und schoss auch ein paar Fotos.
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    Da kamen 2 Erwachsene auf Ihrem Honda Wave Roller den Berg hinunter und fragten wo wir denn hin wollten. Wir deuteten den Berg hoch und sagten Om Koi. Er schüttelte mit dem Kopf und meinte da runter geht’s!! Wir bedankten uns und setzten unsere Fahrt fort. Nach ein paar Kilometer und nachdem wir wieder den einen oder anderen Weg falsch gefahren waren, trafen wir wieder auf die zwei mit Ihrem Honda und sie zeigten uns den Weg. Wir brausten wieder davon und die Strecke hatte es wirklich brutal in sich und meine Kawa bekam wieder ein bissel heiss, weil viel im ersten gang gefahren werden musste und bei mir ja der Lüfter nicht ging. Auch brannten mir die unterarme und ich war froh mal kurz eine pause machen zu können und einen grossen Schluck aus dem Cammelback zu nehmen. Wir machten vielleicht 5min pause, da hörten wir schon wieder das räng töng töng der Honda Wave. Ich zu Harry: "Verrat mir mal wie die zum Geier zu zweit auf dem Roller hier den Berg hoch kommen, wenn wir es schon kaum alleine schaffen Harry: Ja Du das weiss ich auch nicht, wir sind zwar kurzzeitig schneller wie sie, aber am Ende fahren die das locker an einem Stück durch und wir rackern uns hier ab und unsere Maschinen laufen heiss. Da kam die Honda auch schon um die Kurve und die beiden gesellten sich zu uns. Wir lachten und machten ein paar Spässe. Wir fuhren weiter und wieder teilte sich der Weg einige male und wir verfuhren uns wieder.
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    Als wir dann den dritten Weg auch noch falsch fuhren, kamen wir in ein Dorf, wo am Strassenrand eine mir bekannte Honda Wave stand und in einer Hütte die beiden freundlichen Thais am Boden sassen und bereits eine Suppe in der hand hielten uns assen. Sie sagten das es hier nicht weiter gehen würde und wir alles wieder zurück und dann die andere Abzweigung nehmen müssten, die noch als letztes übrig geblieben war, denn alle anderen hatten wir ja schon ausprobiert. Egal wir weiter und düsten los wie von der Hummel gestochen. Nach ca. 20 oder 25min machten wir auch mal eine pause, denn Hunger hatten wir auch mittlerweile.
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    Harry hatte was vom Kiosk mitgenommen und das assen wir und setzten uns an einen Baumstamm. Wir machten noch ein paar Fotos von den Opium Monstern (ein Poster der Anti Drogen Kampagne das an einem Baum angeschlagen war und redeten ein bissel über den Verlauf der Woche.
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    Es ging nicht lange und ich hörte wieder die Honda Wave mit unseren beiden Freunden kommen. Sie waren mittlerweile schon fertig mit Mittag essen und kamen satt und zufrieden des Weges. Wir hatten lediglich einen Körnerriegel und einen Schluck mittlerweile warmes Wasser aus dem Camelback. Ich schaute Harry an und meinte: Irgendwie ist es ja schon ein bissel frustrierend, wir hier Top ausgerüstet mit Enduromaschienen und die 2 Thainasen auf einem Roller mit Strassenreifen. Wir staubig und dreckig wie die Sau und die im Sonntags Ausgehdress und sauber
    Harry lachte auch und meinte, das es die beiden wohl fahrerisch schon recht drauf hätten und die einem hier sicherlich noch die eine oder andere Strecke zeigen könnten! Ich wette wenn Harry die Strecke noch einmal fahren wird und er den beiden Vögel über den Weg läuft, nimmt er sie als Pfadfinder erst mal unter Vertrag!
    Harry kannte nun die Strecke wieder und wir fuhren auch dann weiter. Das war das letzte Mal, dass wir sie gesehen hatten, unser Zielort war wohl doch verschieden. Nach einer Zeit kamen wir an einer kleinen Tankstelle mit Kiosk vorbei und wir hielten hier. Ich sagte zu Harry, er soll mal fragen, ob wir hier eine Suppe bekommen könnten und wir hatten Glück, die Frau machte Feuer und kochte uns beiden eine Suppe. Es war kein Restaurant, aber so sind die Thais halt, immer hilfsbereit! Es war auch das erste Mal auf der Tour, das wir in der Mittagspause ein Bier tranken, aber das hatten wir uns wirklich verdient, nach der langen und harten Etappe. Wir machten mit der netten Familie noch ein paar Fotos und fuhren weiter Richtung Om Koi.
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    Die Strecke dorthin schien ewig bergab zu gehen und wir mussten ja eigentlich noch weiter nach Mae Cheam, welches noch mal 120km vom Om Koi weg ist. Wir suchten aber hier mal nach einer Unterkunft und fanden ein kleines Ressort im Wald mit Bach und Hängebrücke. Sie hatten kleine Bungalows, die aber leider alle ausgebucht waren. In den Hasenställen die sie noch für 200bath die Nacht hatten war noch Platz, aber da hatte ich keinen Bock drauf. Harry erzählte mir nämlich von dem finnischen Besitzer des Ressorts in Mae Cheam, der dort auch eine Sauna und Pool hätte. Sauna hörte sich gut an, denn hier in den Bergen war es nicht gerade sehr warm. Also machten wir uns auf den Weg nach Mae Cheam und es wurde kälter und kälter. Im Dunkeln und gut durchkühlt, kamen wir über eine sagenhafte Strasse im Ressort an, wo wir uns gleich mal in die Sauna begaben. Alles in allem ein sau geiler und interessanter Tag. Wir fuhren ca. 130km reiner Offroad und ca. 140km Landstrasse. Dies war auch eine der längsten Etappen und ist so eigentlich wirklich nur in einer kleinen Gruppe zu schaffen. Man tat mir der Arsch weh und um ehrlich zu sein, hatte ich für den Tag wirklich die Schnauze voll und wollte kein Motorrad mehr sehen! Harry wird das nächste Mal in Om Koi in dem herzigen Ressort im Wald übernachten, was auch wirklich Sinn macht.
    Nach einem wieder mal super essen, liessen wir den Tag mit ein paar lustigen Finnen ausklingen, die mich gleich wieder auf eine neue Idee gebracht hatten. Der eine erzählte von einem Polen, der mit Kollegen eine Tour auf einer Afrika Twin durch Kasachstan, Usbekistan ... bis nach Afghanistan gemacht hatten. Er sagte mir den Link zur Webseite und ich lass einen Teil des Berichtes durch. Wahnsinns Bilder aber die Tour war ganz anders ausgerichtet als unsere. Wir hatten Hardcore Gelände passiert und die mit der Afrika Twin Kilometer ohne Ende abgespult. Also eigentlich nicht vergleichbar, aber ebenso verrückt :lol: :headbang:
     
  7. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Tag 9

    Letzter Tag und auch Abgabetag der KLX. Harry meinte, dass wir schauen sollten am frühen Nachmittag in Chiang Mai zu sein, um die KLX wieder flott zu machen und sie dann zurück zu bringen. Ich grinste und meinte, na Reiseleiter, schaust de mal wie Du das wieder hinbekommst! ... nein natürlich bot ich da meine Hilfe an ... hab das Ding ja auch zig Mal hingelegt, dann kann ich ja auch was machen. Es war zwar von Anfang klar eine Selbstbeteiligung definiert und es hätte mir von dem her ja auch egal sein können, aber nene so bin ich nicht und es sollte mir ja auch am Ende noch zugute kommen. Ok, wir fuhren nach Pfannkuchen mit Ananas und einer Tasse Tee erst mal los zum tanken, da wir so ziemlich auf dem letzten Tropfen in Mae Cheam eingelaufen waren. Wir checkten noch kurz den Ölstand der Maschinen und Harry musste seine nachfüllen. Dieser fehlte es eh schon die ganze Tour über an Leistung und sie rauchte hier und da mal. Aber die gute alte Yamaha Zero hatte Harry noch nie im Stich gelassen und so sollte es dieses mal auch bleiben! Von der Tankstelle ging es wieder zurück, am Ressort vorbei und gleich fing das Gelände an. Ich hatte ja die Hoffnung, das Harry auch die Faxen langsam dicke hat und ich wäre Ihm auch nicht böse gewesen wenn wir alles auf der Landstrasse heim gefahren wären, aber Harry ist halt ein Top Tour Guide, der sich auch richtig für seine Kunden ins Zeug legt, das diese auf Ihre kosten kommen. Harry: "Du wolltest das so und hast mir das so in Deinen Mails geschrieben, also bekommst Du auch das " Die ersten 1,5 stunden hatten es echt wieder in Sich und waren auf dem ähnlichen Schwierigkeitslevel wie die Tage zuvor. Ich brauchte wie immer so eine Stunde, bis ich mich richtig eingefahren hatte und dann ging es richtig zur Sache.
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    Ich schob mich wie immer rechts an Harry vorbei und lies Ihn dann wieder den Vortritt, da er ja die Strecke kannte. Er lies mich dann auch Voraus fahren als es wieder staubiger wurde und wir düsten über die zerfurchten Pisten immer schneller und schneller. Ich blickte ab und zu auf den Tacho und wir fuhren so mit ca. 80km/h bergab auf den schlechten Wegen, aber wir hatten es immer unter Kontrolle und fuhren auch immer so, das man genug platz hatte um eventuell entgegenkommende auszuweichen! Es war ein Höllen Spass und gegen 13:30 kamen wir in wieder in eine Stadt, wo wir tanken konnten und auch etwas assen. Ich sah, dass hier auch noch eine Waschanlage mit dabei war und frage die Dame dort was eine komplett Wäsche meiner Kawa kosten würde. 100Bath war die Antwort und ich drückte Ihr den Schlüssel in die Hand. Harry meinte er hätte ja zuhause einen Hochdruckreiniger, worauf ich sagte, das wir nachher noch genug zum richten und schrauben haben und das putzen die jetzt während unserer Pause machen! Ja er musste nicht lange überlegen und übergab auch seine total verdreckte Yamaha der Dame. Wir assen gemütlich und tranken noch ein Fläschchen Thai Whisky, das ich noch in meinem Rucksack hatte. Kurz drauf kam die Dame mit der Rechnung von 200bath (4€) für zwei total dreckige Maschinen zum putzen und wir schauten uns die Kawa mal sauber an. Sah auf einmal alles gar nicht mehr so schlimm aus, aber dafür sah man jetzt ein paar Kratzer mehr als vorher :ugly: Ich zu Harry, ach das bekommen wir rauspoliert, glaub mir. Wir fuhren noch bei seiner Werkstatt vorbei, wo er seine Yamaha abgab um die Grundüberholen zu lassen und seine eine Suzuki DR 250 in Empfang. Es war auch seine, die er vom Mechaniker umbauen lies. Wir machten uns auf den Weg nach Chiang Mai und nun war ich der jenige der hinterher hing, denn die Suzuki hat um einiges mehr Leistung als seine Yamaha und meine Kawa. Ich meinte noch zu Ihm das er lieber mit der auf die Tour gegangen wäre, aber da hätte ich wahrscheinlich noch dümmer aus der Wäsche gekuckt wie mir Harry um die Ohren fährt. Bei Harry zuhause angekommen zog ich mich schnell um, packte meine Sachen zusammen und half Harry die Kawa wieder zu flicken. Mit Zahnpasta und Scheuerschwamm, ging ich den Kratzern zu leibe und die bereits gekauften Verkleidungsteile waren schnell gewechselt. Diese kosteten zusammen gerade mal 45€, war also wirklich ein Witz. Jetzt hatten wir nur noch das Spiegel und Blinkerproblem, also ab zum Kawa Händler nach Chiang Mai. Dieser hatte auch alle Teile da und wir wechselten auch noch den Gasgriff und den Gummi des linken Lenkerendes. Alles zusammen kostete glaube ich noch mal 1500bath (30€) und nach 15min sah die Maschine wieder aus wie aus dem Laden.
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    Wir fuhren zurück zum Motorradverleih und übergaben die Maschine. Er schaute die Maschine einmal rings rum an und übergab Harry wieder den Reisepass, der als Pfand hinterlegt werden musste. Wir liefen um die Ecke und Harry bedanke sich erst mal, für meine Mithilfe am wieder instand setzen. Das war doch klar, das ich Ihn nicht mit der halb verreckten Maschine da stehen lasse, denn er hat mich ja auch nie hängen gelassen und diese Tour zu etwas wirklich unglaublichem gemacht. Es hatte Megamässig Spass gemacht und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies überall so gewesen wäre. Oft können solche Guides auch richtige Spassbremsen sein und einem so eine Tour auch richtig verderben, aber das war bei Harry zu 100% nicht so. Ihm war keine Etappe zu lange und er war immer Top motiviert. Ich kann mich nur noch mal bei Ihm, für alles Bedanken, denn die Tour war echt unvergesslich! Ich werde auch mit Sicherheit noch mal eine machen, denn es gibt noch vieles unerforschtes Terrain für mich.

    FAZIT: Absolut der Hammer und kann ich nur jedem Empfehlen. Ich war am Anfang absoluter Offroad Anfänger und habe in der Woche sehr sehr viel dazu gelernt, das ich jetzt so gut wie überall durch, hoch und auch wieder runter komme. Klar muss man schon ein bissel ein Händchen für so was haben, aber man ist auf jeden Fall danach mega Happy alles geschafft zu haben. Wir sind total ca. 1700km gefahren und davon mit Sicherheit 70% Offroad. Ausser ein paar Druckstellen, ein paar blauen Flecken und einer kleinen Schürfung am Unterarm, ist mir absolut nix passiert, dank auch der Ausrüstung, die bei so einem Vorhaben einfach obligatorisch ist. Auf eigene Faust ohne die Ausstattung und Werkzeug und sehr guten Thai Kenntnissen, ist so eine Tour nur sehr schwierig und umständlich zu bewerkstelligen. Grade die ganzen Wege über die Berge, sind in keiner Karte irgendwo verzeichnet und deswegen findet man die auch erst gar nicht. In diesem Sinne ... bis zur nächsten Tour!!
     
  8. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Hi Captain_Slash,

    I was writing on this report many many days and now I'm happy that I'm finished with that. To translate everything in english :( this is alot of work ... but clear I understand you guys only speaking english and the Forum is also english speaking. Maybe if I have time and energy I will translate it, but can't promis it!

    Kind regards
    Michael
     
  9. Marco

    Marco Ol'Timer

    Nice report and i do speak German also and those what i did not understand i used google traslate, vvery simple to use and abt 85% correct in wording....any how one will get idea how it all work,,,
     
  10. helbob

    helbob Ol'Timer

    Schöner Bericht Michael! Geile Touren habt ihr da gemacht.
    Ich bin auch öfters mit Kumpels in der Gegend Chiang Mai, Mae Hong Son,Thaton, Chiang Rai unterwegs.
    Obwohl ich dort schon mindestens 20.000 Kilometer zurückgelegt habe wird es immer noch nicht langweilig.
    Im Gegenteil, es gibt viele neue Straßen im hohen Norden.
    Schade das du den Tourverlauf nur sehr ungenau wiedergegeben hast den es sind ein paar interessante
    Sachen dabei die ich auch nicht kenne, z. B. die nette Brücke, wo war die etwa?

    Was die Bienen betrifft:
    Ich mußte schon 2 Mal Bekanntschaft mit Killerbienen machen. Beim 1. Mal blieben ich und meine Kumpels absolut unbeschadet,
    etliche Thais wurden jedoch geradezu zernagelt mit teils 50 Stichen. Das 2. Mal war dieses Jahr,
    ob es eine Killerbiene bezweifle ich, aber sie stach mich während des Fahrens in die Unterlippe welche auch rasant anschwoll, siehe Bild.
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    Chiang Mai - Mae Hong Son:
    Von dieser Tour hab ich gestern einen Bericht reingestellt unter:
    http://www.gt-rider.com/thailand-motorc ... t6944.html
    Ein paar Highlights:
    http://www.gt-rider.com/thailand-motorc ... t5621.html
     
  11. pfluemi1

    pfluemi1 Member

    Ich habe alles in der GT-Riders Map eingezeichnet und stelle es noch online. Muss mal ein Foto von meiner Karte machen :))

    Uhh die Lippe sieht böse aus. Den armen Harry hat am letzten Tag auch nochmal eine in die Backe gestochen ... Drecksviecher sind das!

    Ich bin auch schonwieder total heiss auf eine neue Tour ....
     
  12. helbob

    helbob Ol'Timer

    Tja, bei mir gehts am 23.1. los 8) , 4 Wochen Norden sind geplant.
    Mit dem Einstellen der Karte würde ich vorher David kurz kontaktieren nicht das du ihm damit auf die Zehen steigst, ich hoffe das es geht den es waren sehr schöne Sachen dabei.
     
  13. saxonator

    saxonator Ol'Timer

    Is ja doll, wa. Ne, im Ernst toller Report und tolle Fotos weiter so.
     
  14. Na guck mal an, der gute Michael (Autor dieses tollen Bericht) hat schon wieder gebucht. Mit 5 Leuten für Mitte Januar verschärftes Off-Road. Michael hat sich in der Schweiz gleich ´ne EXC 450 angeschafft und lässt es wohl richtig krachen im Gelände. Es geht im Januar dann auch zu 60% nur über Fußwege. Das klappt schon, ist ja nicht der erste orange Reiter, den ich richtig ins Schwitzen gekriegt habe im besten Endurogelände vonne ganze Welt.
     

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